Peter Piek - I Paint It On A Wall

1. I Sleep Beneath The Golden Hill
2. The Words They're Left Undone
3. What About The Ladies
4. Elli
5. I Paint It On A Wall
6. Underwater Death Song
7. Ye-e-he-e-hey
8. Feel The Love
9. You're So Right!
10. Meteorite Float
11. Underwater Love Song
XII Tree
13. Shades Of Grey In December


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Peter Piek - I Paint It On A Wall

Label: Noisedeluxe Records
Vertrieb: ALIVE AG Köln
Digital: Finetunes
Publishing: Freibank Hamburg
VÖ: Ende Juni 2010
Auflage: 2000


Line-up:
Peter Piek (vocals, electric guitar, acoustic guitar, bass, piano, keyboards, additional drums)
Sascha Stiehler (electric piano - #4)
Antonio Lucacui (saxophone)
Andreas Hillmann (trumpet, flugelhorn)
Bjørn Mäurer (violin)
Asita Tamme (violin)
Charlotte Hacker (cello)
Markus Christ (percussion)
Tim Neuhaus (tambourine - #9, backing vocals - #9)
Christian Schönholzer (drums)
MissinCat (backing vocals - #10,13)
Katharina Madry (backing vocals - #9)
Ronny Seiler (backing vocals - #8)
Andreas Laudwein (backing vocals - #8,10)


Reviews:

Niemand spielt so viel wie Peter Piek
Das neue Album des Leipziger ist einfach nur toll - bevor er es im Horns Erben feiert, beteiligt er sich im Ilses Erika an einem Club-Austausch-Programm
Peter Piek dürfte der spielfreudigste Leipziger Musiker sein. 328 Konzerte hat Peter Piechaczyk gegeben, seit er sich Piek nennt, seit 2006. Nebenbei steuerte er als bildender Künstler Werke zu 19 Ausstellungen bei. Allein dieses Jahr stehen schon 65 Live-Auftritte zu Buche, solo und mit Band, unter anderem in Frankreich, Italien, Spanien und den USA. Mittendrin hat es der 29-Jährige auch noch geschaft ein Album aufzunehmen.
"I Paint It On A Wall" heißt die Platte passenderweise. Um sie zu promoten fertigte Piek in Zusammenarbeit mit dem Animationsfilmemacher Falk Schuster auch noch einen grandiosen Videoclip an. "Tree", das Lied zu dem das Duo liebevoll Trickfilm-Figuren umherspazieren lässt, gehört zu den Höhepunkten eines ohnehin schon so berührenden wie mitreißenden Albums.
Piek singt schön traurig zu erdigen Rock-Gitarren, drumherum bastelt er ausgefeilte Arrangements. Das meiste erledigt er selbst, manchmal helfen auch namhafte Leipziger Kollegen. Antonio Lucaciu etwa steuert sein Saxofon bei, Sascha Stiehler organisiert die Streicher. Die Kompositionen strotzen nur so vor ideen. Der Liebe und der Macht der Farbe widmet er das Werk - und davon singt er auch. Einmal, im "Underwater Death Song" sogar auf ergreifende Weise in Deutsch. "I Paint It On A Wall" besteht einfach nur aus 50 Minuten toller Musik.
Es wäre freilich nicht Peter Piek, würde er die Veröffentlichung mit lediglich einem Konzert feiern. Kommende Woche stehen allein zwei an, die er Record-Release-Partys nennt, in Leipzig und Berlin. Aber schon am Freitag gibt er zwei vorbereitende Gigs: zunächst auf Radio Blau, danach im Ilses Erika. Das Tanzcafe erwartet sogar einen Reisebus aus Halle. Piek spielt am Sonntag noch ein Konzert bei Radio Fritz in Berlin, bevor die besagten beiden ausdrücklichen Release-Partys anstehen. Summa sumarum ergeben sich dann 333 Konzerte - kann denn die Zahl Zufall sein?
(LVZ 2.6.2010; mwö)

ein blick aufs cover von „i paint it on a wall“ reicht aus, um sich davon zu überzeugen, dass die malerei neben der musik peter pieks große leidenschaft ist. schon der titel des zweiten albums des leipzigers, der bis vor kurzem bei neo rauch studierte, ist verräterisch - außerdem zieren diverse gemälde das booklet der platte, die der „liebe und der macht der farben“ gewidmet ist.
peter piek deswegen als singenden maler abzutun, wäre allerdings ein großer fehler, denn die songs auf „i paint it on a wall“ sind ähnlich ausgefeilt und leidenschaftlich wie die künstlerischen arbeiten des schier pausenlos tourenden multitalents. zuerst fällt bei allen stücken natürlich die hohe stimme auf, die durchaus gewöhnungsbedürftig ist, nach und nach aber eine ganz eigene faszination entwickelt. abgesehen davon braucht es kaum zeit, um mit der platte warm zu werden, denn bereits die ersten beiden songs „i sleep beneath the golden hill“ und „the words they´re left undone“ beeindrucken mit ihrer großen, am us-indie-rock geschulten euphorie. ähnlich hörenswert geht es dann auch weiter, wobei sich immer wieder einmal ruhigere songs wie das hinreißende „elli“, das von pianoklängen getragene „feel the love“, das wehmütige „tree“ oder das von einem mehrstimmigen refrain veredelte „you´re so right“ einschleichen und so das stimmige gesamtbild dieses feinen albums abrunden.
(Christoph, Rote Raupe 2010)

Das ist ja ein Ding. So etwas würde ich gerne miterleben.
Peter Piek ist Künstler im wahrsten Sinne des Wortes... Musiker, Maler und Schriftsteller. Zum Titelsong seines Albums "I Paint It On A Wall" hat er verschiedene Bilder gemalt und zu dem, was sonst noch passiert, kann er am besten mit dem Text zitiert werden, den er dazu am 11.02.2009 auf seiner Homepage schrieb:
»Der Song hat verschiedene Ebenen. Jede Songebene wird in mehreren Bildern ein entsprechendes Pendant erhalten. Natuerlich steht jedes Bild und der Song auch fuer sich allein. Trotzdem koennen Sie zusammen ein ganz neue Musik Malerei Raum Zeit Erfahrung bringen:
In der Ausstellung muessen dann alle Bilder zu sehen sein. Ueber Jedem Bild muss ein Lautsprecher unsichtbar angebracht sein, der seine entsprechende Songebene wiedergibt. Wenn man zum Bassbild laeuft wird der Bass dadurch lauter. Die Normalabmischung des Songs kann man nur in der Mitte des Raumes sehen und hoeren. Die Bilder werden im Uhrzeigersinn angeordnet. So wie sie im Song vorkommen. Gitarre Strophe. Gitarre Refrain. Gitarre Bridge. usw. DAs Strophe-Bild wird nur in der Strophe zu hören, die ganze zeit aber sichtbar sein. Man kann also dann in dem Song mit den Augen und den Ohren umherlaufen. Da tun sich ganz neue Raeume auf.«
Die Verbindung von Musik und Malerei ist ja nichts grundlegend Neues. Malen nach Musik kann als kindliche Kunsterziehung dienen und Piek ist ein Künstler, der in beiden Richtungen eine Verknüpfung sieht. Neben der etwas über eine dreiviertel Stunde Musik ist es gut, auch den Maler Piek zumindest über fünf seiner Werke im Booklet kennenzulernen. Natürlich soll es hier zentral um die Musik auf seinem dritten Album gehen. Piek ist ebenfalls auf Samplern vertreten und hat auch eine Single mit dem Titel "What About The Ladies/You're So Right" veröffentlicht. Hey, das passt ja prächtig, denn beide Kompositionen sind auf vorliegendem Album vorhanden.
"What About The Ladies" ist ein von Riffs in unterschiedlichen Tönungen gespielter Powersong, der einen bildlich gesehen an die Wand drückt. Da ist im Sinne von Punk'n'Roll viel los und das E-Gitarrensolo beschreibt die Befreiung der Seele. Piek ist ein instrumentaler Tausendsassa, denn er spielt elektrische sowie akustische Gitarre, Piano, Keyboards, Bass und sorgt für zusätzliche Drumrhythmik. "You're So Right" setzt auf ein ganz anderes Feeling. Zunächst einmal ist da ein guter Chorus zugange und darüber hinaus ist die E-Gitarre quasi auf einer Art Reise unterwegs. Da gibt es einerseits Farbtupfer aus Regionen, wo die Sonne ständig für Wärme sorgt und sich andererseits irgendwo auf der britischen Insel tummelt.
Gekonnt ausgedachter sowie arrangierter Indie Rock macht die Runde und auch wenn man bei der Malerei unterschiedlicher Meinung sein kann, bietet Pieks Stimme bestimmt Anlass zur Diskussion. Es mag auch Hörer geben, die von seinem relativ hohen Gesang gar nicht begeistert sind. Für mich war das im ersten Lied der Überraschungseffekt... nach der Streichereinleitung. Hier werden die E-Gitarren schön flüssig gehalten. "I Sleep Beneath The Golden Hill" macht durch viele kleine rhythmische Bonbons auf sich aufmerksam und es gibt zwei 'Unterwassersongs'. Piek versucht erst gar nicht, eine Art Unterwasserstimmung zu kreieren. Vielmehr singt er sowohl in englischer wie auch in deutscher Sprache und selbst das passt perfekt. Genau so wie das Piano und die Streichereinlagen. "Underwater Death Song" ist ein faszinierendes Gemälde und dagegen lebt der "Underwater Love Song" von vielen verschiedenen Gitarrensounds und besonders gefallen mir die herrlich melodischen Basstöne. Bei den wie an einer Perlenkette aneinander gereihten Informationen zu den Songs stolperte ich über den Namen Isaac Hayes. "Ye-e-he-e-hey" wurde von ihm und Piek geschrieben. Hammer! Wie kam das denn zustande? Wie dem auch sei, hier zaubern abermals die Gitarren in ganz unterschiedlicher Couleur Stimmungen. Mit viel Ausdauer serviert ein Sechssaiter wunderschöne Riffings und dann gibt es ein in seiner Einfachheit schon wieder tolles Solo.
"Feel The Love" macht mit dem Piano Stimmung und irgendwie musste der Indie Rock-Musikrahmen ja explodieren. Ne, Leute, diese Lieder haben viel mehr zum Inhalt. Sehr schön sind auch Instrumente wie Saxofon, Trompete oder Flügelhorn integriert worden. "I Paint It On The Wall" ist eigenwillig und will erobert werden. Lässt man sich auf die dreizehn Songs ein, wird man viele Kleinode entdecken. Peter Piek ist bestimmt kein Musiker, der Songs mit einem Federstrich zustande bringt. Solche Musik hat einen ganz persönlichen Charakter und der Mann wandert auf einem schmalen Grat. Aber genau das macht die Faszination seiner Lieder aus. Unbedingt Reinhören!
(Joachim 'Joe' Brookes, Rocktimes 2010)

Abschied von der Trauerklampfe
Von Oliver Reinhard und Werner Herpell
Es müssen nicht immer nur Amis sein: Die junge Generation deutscher Pop-Songwriter ist auf dem Vormarsch – und ein famoser Leipziger mit dabei.
Die Zeiten, in denen der typische Singer-Songwriter als trauriger Mann mit Klampfe und Klageliedern einsam durch die Welt zog, sind lange vorbei. Inzwischen experimentiert die Zunft der Sänger selbst geschriebener Lieder mit Elektronik oder Weltmusik, und sie weiß sich zu vermarkten. Zwar kommen die größten Stars wie Adam Green und Jack Johnson immer noch aus den USA, doch auch die deutsche Szene hat etliche hervorragende Künstler zu bieten, die ihre Wege abseits der ausgetretenen Pfade gehen. Zwei Welten – eine Kunstform
(..) In Peter Piek, der eigentlich Piechaczyk heißt, verschränken sich das bildend und das klingend Künstlerische sogar noch enger. Der gebürtige Karl-Marx-Städter und heutige Leipziger malt mit dem Pinsel rhythmische Bilder und mit seinen Liedern kleine poetische Klanggemälde. Dass seine Band The Colours und das neue Album „I paint it on a wall“ (Ich mal’s an eine Wand) heißt, ist da nur konsequent. „Ich bin eben Maler und Musiker“, sagt der 27-Jährige. „Die Malerei hat ihren Farbklang, die Musik ihre Klangfarbe. Beides hat dieselben Eigenschaften: hell, dunkel, harmonisch, disharmonisch.“
Keine Schrammel-Klischees
Obwohl sich die Genres in Pieks Schaffen durchdringen, ist die Musik doch anders als seine tendenziell wilde und eher abstrakte Malerei. „Klassisch“ wäre zwar übertrieben, aber nicht ganz falsch: Gäbe es da nicht seine jungenhaft hohe und trotzdem sehr ausdrucksvolle Stimme, man könnte den Multiinstrumentalisten für ein groß gewordenes Kind der Neunziger halten. Über einer Grundierung aus gitarrenlastigem Indie-Pop schwingen sich hier und dort Streicher, ein Piano, sogar ein Saxofon in die Höhen, schlagen Rhythmen vertrackte Haken und entziehen sich dem allzu Eingängigen. Doch sorgt eine wohlproportionierte Dosis bodenständiger Abgeh-Rock dafür, dass hier nichts abhebt, auffliegt und davon. (..)
(SZ 22.Juli 2010; Oliver Reinhard und Werner Herpell)

Der Titel des Albums ist Programm. Der Leipziger Peter Piek malte Teile der Songtexte zuerst auf Leinwand, bevor die 19 Songs entstanden, die für "I Paint It On A Wall" aufgenommen worden sind. Immerhin 13 Songs haben die Auswahl für das Album bestanden. Deutlichstes Merkmal des Albums ist der hohe und eigene Gesang Piek's welcher zu polarisieren vermag. Obwohl der Multiinstrumentalist Piek fast alle Instrumente selbst eingespielt hat, finden sich auf dem Album eine ganze Reihe von Gastmusikern, wie die Berlinerin MissinCat, die Backingvocals singt. Ein abwechslungsreiches Album das sich schwer einordnen lässt, nirgendwo richtig zu Hause, und doch am ehesten Pop ist. Brush, Pop mit Pinsel und Farbe fernab vom Hauptstrom welcher ohne elektronische Sounds auskommt. Gesungen wird meistens auf English teilweise aber auch auf Deutsch wie bei Underwater Death Song wo die Vorstellung beschrieben wird unter Wasser an einen Stein gefesselt zu sein. Das klingt düster und auch das Cover lässt Schweres vermuten so ist das Album doch Ausdruck von Lebensfreude. Piekig ist in meinen Augen spontan, leicht, schnell, virtuos, aber total unakademisch, unkonventionell, bunt. Die Luft die durch die Töne bewegt wird ist wichtiger als die Töne selbst (also, das, was nicht gespielt wird verbindet sich mit den Tönen zu etwas jenseits der Töne), ein bisschen hektisch, vorauseilend, und ganz echt und deshalb trotz der scheinbaren Leichtigkeit sehr tiefgründig und ehrlich. Erst dachte ich Peter Piek's Texte sind irgendwie naiv,- sie sind aber das genaue Gegenteil davon, weil auch hier wie bei den Tönen das Nichtgesagte eine Verbindung mit dem Gesagten eingeht. Viel Platz für die eigenen Gedanken. Peter Piek's Bilder und Musik sind Eins, sagst er selbst. Das finde ich auch. Zumindest in den besten Momenten. Das ist ja wohl auch eine Lebensaufgabe.
(Noisedeluxe Records 2010)

Peter Piek ist ein Leipziger Tausendsassa in Sachen Malerei (mit soeben abgeschlossenem Studium) und Musik (nun hauptberuflich). Auf seinem Debütalbum von 2008 suchte er musikalisch noch nach einem eigenen Stil und hat sich nun, auf dem zweiten Album, für den Power-Pop entschlossen. Er erinnert in seiner energischen Arbeitsweise dabei an US-Kollegen aus dem Einzelkämpfer-Sektor wie z.B. Jason Falkner, bietet jedoch als Herausstellungsmerkmal seine unverwechselbare Stimme. Diese ist ungewöhnlich hoch, klingt dabei aber weder knabenhaft noch feminin. Ähnlich wie Brian Molko nutzt er dieses Feature dann für einen sehr intensiven Vortrag, der sowohl seinen rockigeren Nummern wie auch den balladeskeren Stücken Tiefe und Glaubwürdigkeit verleiht. Teilweise singt Piek als ginge es um sein Leben. Musikalisch zieht er ordentlich vom Leder - mit knackigen Gitarrenriffs, messerscharfer Rhythmusgruppe und virtuosen Keyboard-Passagen. Langweilig ist etwas anderes! Obwohl Piek dabei durchaus herumexperimentiert (so singt er den "Underwater Love Song" teilweise auf Deutsch), wirkt die Scheibe dennoch nicht zerfasert, sondern durchaus wie aus einem Guss - was hauptsächlich Pieks Organ und seiner Vision zuzurechnen ist. Dennoch wird sich an der Stimme alles entscheiden, denn daran muss man sich einfach erst mal gewöhnen.
(Ullrich Maurer, gaesteliste.de Juni 2010)

Peter Piek
I Paint It On A Wall
Arty-Emo-Power-Pop
Die Musik des Leipziger Malers ist zwar nicht so experimentell wie es das Cover verspricht. Doch wie es dem 29-jährigen glückt, die melodiöse Seite der Smashing Pumpkins mit der druckvollen von Ben Folds Five zu verknüpfen, ist beachtlich: nasal vorgetragene Graffiti-Sprüche treffen auf treibende Gitarrenriffs, die oft mit lieblichen Streicherpassagen ausgeschmückt werden. Und auf peterpiek.com finden sich zu einigen der 13 Songtitel visuelle Äquivalente. Schön bunt!
(hörenswert)
Markus von Schwerin Tip Berlin Ausgabe 13 2010

Von den eigenen Ambitionen getrieben, ist der Leipziger Künstler PETER PIEK, bürgerlich PETER PIECHACZYK: Kunststudium, über 300 Konzerte und 19 Ausstellungen im In- und Ausland, drei Bücher und nun das zweite Album im Kasten - alles in den letzten vier Jahren. Aus Indiepop ist schließlich ein Konzeptwerk entstanden im Kontext von Gemälden, die er für alle Songs entwarf.
Von 19 Stücken hat er 13 für I Paint It On A Wall ausgewählt. Pop und Rock'n'Roll haben es ihm angetan. Während er hier fast alle Instrumente selbst einspielte, holte er sich für jazzigere Passagen ANTONIO LUCACIU (Saxofon), CHARLOTTE HACKER (Cello), ANDREAS HILLMANN (Trompete), SASCHA STIELER (Streicher) und andere hinzu. STEFAN LUCKA (Bass) sowie CHRISTIAN SCHÖNHOLZER (Drums) bilden seine Liveband.
Spannend zu erleben ist der Kampf mit der Musik, mit der Kunst: Auf dem Cover inszeniert sich PIEK selbst als Leinwand, gleichsam niedergeworfen von den Farben. Im verspielten 'Underwater Death Song' macht er sich (allein hier auf Deutsch) zu einem Prometheus, gefangen von der ihn liebenden Musik. Andere Stücke sind menschlichen Musen gewidmet wie das zärtliche 'Elli': "Drawing your lips was like kissing you".
Dazu kommen kurzweilige Songs mit Brit-Pop-Einschlag und ausgefeilter Dynamik der Drums und Gitarren (z.B. 'I Sleep Beneath The Golden Hill'). PIEKS Gesang dazu ist fröhlich, fragil, verunsichert oder trotzig. Übereifer und Wehmut liegen nah beieinander, so wie flüchtige Liebe ('The Words They're Left Undone') und die Einsamkeit als Sänger on tour in 'Shades Of Grey In December', bei dem MISSIN CAT die Backing Vocals singt.
Es stimmt: "A human shows the will to grow". Mit Kreativität und Können schafft es PIEK, Musik und Kunst zu einer Einheit zu verbinden. Doch auch ohne seine Malerei zu kennen, erwirbt man hier ein bereits gereiftes Stück Powerpop.
(Conrad Wilitzki, Popmonitor Berlin, Juni 2010)

i paint it on a wall (2010 noisedeluxe)
das zweite album. mit farbe ins gesicht gemalt, mit worten und musik auf cd gemalt. malerei trifft musik trifft posie – oder vielmehr musik und poetrismus werden malerei – symbiotisch. eine einzigartige mischung: wenn der mensch nur eine kunst zur perfektion bringen kann, so hat peter piek seine kunst in diesem amalgam vereint und strebt nun nach vollendung.
sein lebensweg begann 1981 in chemnitz, was damals noch karl-marx-stadt hieß, und führte ihn 2002 nach leipzig an die hochschule für graphik und buchkunst, wo er bei sighard gille studierte. nebenher gründete er das ppzk (peter piek zentrum für kultur), eine produzentengalerie und nun ein kleines künstlernetzwerk, das regelmäßig gruppenausstellungen veranstaltet. mit michael goller, dirk hanus und michael knauth bildete piek 2003 die künstlergruppe querschlag und mit goller schloss er sich zur malfront zusammen. die malfront war ein sich gegenseitig kreativ befruchtendes zwiegespann, eine art selbststudium mit zahlreichen sich selbstgestellten aufgaben und zielen. es entstanden gemeinsame bilder und gemeinsame schriften, unter anderem die bücher das malbuch, verdammt geile bilder und kann man farben hören?. 2007, mit der beendigung der malfront, veröffentlichte piek sein erste musikalisches lebenszeichen. zwar war er laut eigener aussage stets mit musik beschäftigt und hat die üblichen wege durch siffige proberäume bestritten, doch stellt peewee princess of dau & deh die erste professionelle erscheinung dar – eine vertonung des letzten textes des lyrikers und malers klaus sobolewski die kleine prinzessin, die sieben bilder mitumfasst und nur in dem zusammenspiel von malerei und musik erfasst werden kann. im jahre 2008 folgten der erste langspieler say hello to peter piek (ausfahrt musikverlag), touren durch europa und die usa sowie zahlreiche ausstellungen und eifriges songschreiben, damit nun i paint it on a wall den zuhörer erreichen kann.
i sleep beneath the golden hill ist der opener des 13 stücken starken albums. eine geige fadet ein und der stampfende beat des refrains eröffnet den song. gleich der erste ohrwurm – was zwar meist eine gefährliche angelegenheit des profanen sein könnte: hier zum glück nicht. der text wirkt wie angesprochen wie gemalt. assoziationsketten, ein gefühl, weniger eine handlung – so auch die meisten anderen songs. es ist schwer einen „tieferen sinn“ zu finden, denn der sinn liegt in der poetisch-graphischen deutungsoffenheit. strophe – refrain – strophe – refrain – bridge – solo – refrain: der aufbau einfach, aber langeweile kommt nicht auf. die sympathische und hohe stimme pieks – sie erinnert ein wenig an brian molko – steht wunderbar über einen sehr gut produzierten instrumentalsound, der übrigens zum größten teil von ihm persönlich eingespielt wurde, lediglich die drums (christian schönholzer) und die gastbeiträge stammen nicht von ihm. als gäste seien hier der saxophonist antonio lucaciu, der pianist sascha stiehler sowie missincat, tim neuhaus und viele mehr genannt.
the words they left undone: wieder stampfig der refrain, dafür funky die strophe: die hi-hat schnirpst, der bass sechzehntelt. die vergänglichkeit der worte. what about the ladies ist ein rock-kracher, treibend geht es nach vorne, uptempo, die schlüssel verloren, am strand eingeschlafen und für obdachlos gehalten – aber was ist mit den ladies? herrlich und schräg.
der nächste song ist mein persönliches highlight. elli besteht praktisch nur aus vier akkorden und zwei teilen plus einem kleinen outro. doch ist der song so eindrucksvoll vorgetragen, dass mensch gänsehaut davon bekommt. dear elli / there’s something i like to tell you / i felt in love with you ist der refraintext und drawing your face was like touching you / drawing your lips was like kissing you / but i fell in love everyday / that’s all you have to know ist der strophentext. diese zeilen einfach zu nennen wäre schwer beleidigend. die letzte zeile sagt schlicht und ergreifend alles aus: that’s all you have to know. alles was du wissen musst: ich liebe dich. das sagt alles. kein from the break of dawn til the the early morning blabla liebesschnulzenkitschklischeepalaver. es wurden die harmonien verwendet, die die botschaft braucht und ebenso die worte. das ist alles was zu sagen war. eindrucksvoll.
der titeltrack ist ein mitttemporockstück mit gebrochenem drumbeat und einem klasse rockriffmittelteil. aber an sich geht i paint it on a wall ein wenig zwischen stärkeren stücken wie elli und dem underwater death song unter. letzterer ist ein vom flinken pianovamp und dem treibenden schlagzeug geprägter song, der sich dem ertrinken zuwendet. worin ertrinken? das muss sich jeder schon selbst fragen. aber kann man es genießen? peter piek genießt es, saugt sich die lungen voll wasser, das aufblühen und fallenlassen im untergehen: sometimes i feel as if music is the only one woh loves me. die tracks sieben und neun, oder in worten ye-e-he-e-hey und you’re so right, sind wieder ohrwürme der besseren sorte und wer bis dahin immer noch nicht songzeile i wrote this to you with a supermodern fineliner aus dem ohr bekommen hatte, kriegt nun neue auswahl für das repertoire der unvergesslichen melodien: why do birds suddenly appear …
unter den letzten vier songs tummeln sich nochmal zwei ganz starke lieder. meteorite float (auf die worte klicken und den song gratis downloaden!), wieder mit klavier vorgetragen, ist ein wunderherrlicher schmachtfetzen. mensch schmilzt regelrecht dahin: there’s no space in my head / there’s colour in my head / there’s rain in my head / and there’s you. und der zwischenteil mit steichern: butter! der letzte refrain ist ein glanzstück der modernen popmusik! sanfter kitsch fernab des klischees: dickes lob! der underwater love song holt uns aus der liebestrunkenen stimmung raus und rockt mit britisch-angezerrter gitarre ausdrücklich vor sich hin, bevor der nächste ganz große pop-song aufwartet: tree. das schlagzeug setzt ein, ein satter groove, die akustische gitarre mit einem verspielten und dunklem riff, der refrain folgt im halftime-feel, reißt uns aus der bewegung und eine retrospektive eröffnet sich. ein weicher piano-zwischenteil – it’s life that makes us confused and the fear of death – wird kontrastiert von einem schweren lick, unisono von gitarre, piano und bass vorgetragen – der schluss: live in the name of love! shades of grey in december ist ein gelungener abschluss dieser runden platte. noch einmal ein aufbäumen, ein crescendo zum ende hin: love is my drug – life is my passion.peter piek legt mit i paint it on a wall ein sehr reifes zweites album vor. die symbiose von musik, malerei und lyrik ist ihm sehr gut gelungen und es befinden sich unglaublich starke songs auf der scheibe. wer die gelegenheit hat peter piek live zu sehen und bei einer seiner malaktionen dabei zu sein, sollte sie unbedingt nutzen.
(Tom Zackl, MissingBeat 2010)

Peter Piek ist Musiker.
Im neuen Album I Paint It On A Wall vereinigt Peter Piek raffinierte Arrangements mit Kino im Kopf. Unter jeder Zeile kann sich der Hörer eine andere mit Fantasie getränkte Welt ohne Grenzen vorstellen. "It’s life that makes us confused".
Der gebürtige Karl-Marx-Städter (heute Chemnitz in Sachsen, Deutschland) lebt und arbeitet hauptsächlich in Leipzig. Er ist aber immer auf Achse und spielt zig Konzerte auf der ganzen Welt. Erst letztens verschlug es ihn wieder mal quer durch die USA. Auch Italien, die Schweiz, Frankreich, Spanien und natürlich Österreich, um nur einige zu nennen, bespielte er bereits. Man könnte ihn fast als Konzert-Junkie bezeichnen.
Eine Stimme, wie das harmonische morgendliche Gezwitscher der Vögel
Wer Peter Piek zum ersten Mal hört, ist zunächst von der sehr eigenen Stimme überrascht. Sie ist gleichzeitig zerbrechlich und durchdringend, verletzlich und resistent, emotional und auch mitreißend. Vor allem ist sie auch sehr hoch. Ein Prozess vieler Jahre steckt hinter dieser enormen Klangbreite.
Manche Parts der Stücke auf der neuen CD I Paint It On A Wall lassen auf einen Virtuosen auf der E-Gitarre schließen. Peter sieht sich selbst allerdings gar nicht als so speziellen Musiker. Er musste hart an dem arbeiten, was er heute ist. Den Erfolg kann man auch deutlich hören. Musikalisch bewegt er sich in einer Bandbreite von Pop bis Rock. Dazwischen lassen sich eindeutig Spuren von Indie, Folk aber auch experimenteller Musik mit melancholischem Einschlag erkennen. Thematisch streift Peter Piek durch die Lande der Liebe, der Freude, des Zweifels, der Kunst und einfach allem, was ihn selbst im Alltag bewegt.
Say hello to the new album
Nach Peter Pieks erstem Album Say Hello To Peter Piek kommt nun das zweite Album nach vier Jahren heraus. I Paint It On A Wall ist ein Album mit 13 Ohrwurm-tauglichen Titeln, die sowohl von Lebensfreude strotzen, aber teilweise auch in depressiver Melancholie versinken. Vorherrschend ist und bleibt aber Peters Stimme, die die tiefsinnigen Songtexte auf berührendste Weise übermittelt. Danach rückt die kompositionelle Leistung in den Vordergrund. Streicher, Gitarren, Schlagzeug und Backing Vocals sind perfekt auf einander eingestimmt. Teilweise vielleicht sogar schon zu perfekt. Leicht überproduziert kommen einem einige Stücke vor, wenn man Peters Leistung bei Live-Auftritten mit den Aufnahmen vergleicht. Auf der Bühne hat Peter eine enorm sympathische Präsenz, mit der er jedes Schlagzeug und alles außer ihn und seine Gitarre unnötig macht. Live setzt Peter seine Musik einfach perfekt und so ehrlich um wie keine Aufnahme es nachmachen könnte.
Es ist ratsam sich Zeit zu nehmen, wenn man Peter Piek neu entdeckt. Auf die erste Schallwahrnehmung mag manches Ohr mit einer durch ungewohnten Klang bedingten Antibewegung reagieren. Aber davon darf man sich nicht beunruhigen lassen. Sobald man die Klangvielfalt von Peters Stimme erst erkannt hat und sich der variationsreichen Pop-Rock-Indie Mucke frei hingibt, dann wird man dafür auch reichlich belohnt.
Come on over, come on over baby!
Peter selbst meint zu seinem neuen Album und seiner Musik: "Sie ist um Welten besser geworden. Beim ersten Album hab' ich alles selbst eingespielt, das hab' ich jetzt nicht mehr gemacht." Er hat über die Jahre viele gute Musiker kennengelernt, die ihm auch gerne unter die Arme gegriffen haben. Die Inspiration für Musik und Malerei nimmt Peter von überall her. "Ich versuche oft zuhause zu sein, in einem Umfeld wo ich kaum abgelenkt werde und mich besser konzentrieren kann. Dann kommt auch noch viel von meinen Reisen oder wenn ich Konzerte gebe. Ich versuche viel aus mir selbst herauszuschöpfen, aber greife auch Ideen einfach aus allem und jedem auf."
Die Frage, ob er sich vielleicht selber als Genie sieht, da er doch ein Multiinstrumentalist, Maler, Autor und Songschreiber ist, verneint Peter lachend: "Ich sehe mich nicht als Genie, weil ich weiß, was das für ein langer Weg war. Ein paar meiner Bilder haben vielleicht etwas Geniales an sich, weil sie so hingeworfen sind, aber das ist ja ein Prozess gewesen über zehn Jahre inzwischen."
Aristoteles, Platon, Peter Piek
Peter philosophiert gerne über sich und die Welt. Malerei, Musik, deren Verschmelzung und einfach Kunst im allgemeinen bieten unendlich viele Möglichkeiten, analysiert zu werden. Auch Peter Piek tut dies ausführlich. Aus einem Text auf seiner Homepage: "Im Jahre 2008 kam ich darauf, dass Musik und Malerei die Gleichen sind, und dass einzig und allein die Zeit ein komplettes Verschmelzen unmöglich macht. [...] Das Musikbild muss schwerelos sein. Die Welt steht nicht auf dem Kopf. Sie liegt auch nicht quer. Aber sie ist auch nicht gerade. Ohne Zeit gibt es keine Schwerkraft. Dadurch ist es möglich das Musikbild zu drehen. [...] Musik im Bild ist frei! Ein eigenes autarkes System."
Wie Peter Piek überhaupt zu seinem Namen kam, ist wieder eine andere spannende, sehr stark mit Philosophie und Persönlichkeit verbundene Geschichte. In einer Publikation aus 2006 meint er selbst hierzu: "Aus einer Inneren Notwendigkeit heraus wurden am 21.01.06 der Songwriter Peter Stone und der Maler Peter Piechaczyk wiedervereinigt unter einem Namen: Peter Piek. Vor einigen Jahren, als das mit Peter Stone anfing, hatte ich generell die Tendenz zur Spaltung. Ich hatte mich als Wesen mit mehreren Seelenteilen erkannt und wollte dem genauer auf den Grund gehen. So beschloss ich denjenigen Seelenanteilen Namen zu geben von denen ich eine Vorstellung hatte. [...] Peter Stillman, Peter Sternkopf - Ich hab einfach Namen genommen die mir gefallen. 'Name ist Name.' (Zitat: Klaus Sobolewsky) Außerdem 'Urpeter', 'Mörderpeter'. Weitere entstanden hauptsächlich während der Arbeit am ersten Malfrontquartester und während des Schreibens am 'Das Malbuch'. So entstanden noch: Pete the edge (Kettensägenmörder) und SMPP. (sevenmillionpowerpete - Superheld). Beides Romanfiguren. [...] Peter Stone dachte anders als Peter Piechaczyk. Hatte andere Vorlieben. Hatte andere Freunde. [...]"
Es gibt so unendlich viel über Peter Piek zu sagen, aber um hier nicht in einen Roman abzudriften, lege ich sehr nahe, Peters zahlreiche Internetauftritte zu besuchen und selber noch mehr über diesen einzigartigen und vollblütigen Künstler zu erfahren.
(Hariklia Woutsas, FM5.at Juni 2010)

Peter Piek verfügt über eine besondere Stimmfarbe: weich, hell und träumerisch, manchmal erinnert er an James Blunt, manchmal allerdings an Donald Duck oder einem singenden Heliumballon. Hat man sich jedoch mit Pieks androgyner Stimme engefreundet, entführt uns der Leipziger Sänger in lässig-an-gerockte Pop-Welten, in denen Songs mit Ohrwurmpotential das Leben leichter machen. Romantisch verklärte Lieder ("Elli") fehlen ebensowenig wie schnelle Indie-Nummern ("I Paint It On A Wall") Alles in allem produzierte Piek ein überaus gutes Album.
(Tom Vörös, Melodie und Rhythmus 07-08 / 2010)
Neben der Malere und der Literatur spielte für den Leipziger Künstler Peter Piek auch die Musik schon immer eine wichtige Rolle. Und im letzten Jahr hat er die Entscheidung getroffen, sich hauptsächlich auf die Musik zu konzentrieren. Es dauert ein paar Lieder, bis man sich an seine hohe,zunächst etwas dünn klingende Stimme gewöhnt hat. Doch hat man diese Hürde einmal genommen, wird man mit abwechlsungsreicher Musik belohnt. Britpop, Rock'n'Roll, Funkpunk, Folkrock, aus all dem speisen sich seine Lieder.
(Good Times 06-07 / 2010)

Der Leipziger Künstler Peter Piek erweckt mit seinem quängelnden Gitarrenrockmomenten den Nostalgiker in dir und liefert auf seinem zweiten Album „I Paint It On The Wall“ Genre-Hopser zwischen britischem Indie-Pop und sanftem Soulgesang. Überhaupt strahlt dieses Album eine liebenswürdige Lässigkeit aus, die man so mancher Indie-Kapelle aus hiesigen Gefilden gerne mal einflößen möchte. Alles in allem bleibt am Ende lediglich anzumerken, dass er sich das nächste Mal vielleicht über die volle Länge an seinen Stärken abarbeiten sollte, als immer wieder von Stil zu Stil zu hüpfen. Das sorgt zwar für Abwechslung, klingt aber bisweilen etwas überambitioniert in den gefühlsduseligen Momenten. Peter Pieks Musik lebt vor allem von ihren schrägen und ungestümen Momenten. Auch davon gibt es hier genug. Eben deshalb ist der Leipziger durchaus ein Künstler mit dem man in Zukunft rechnen sollte.
(zuckerbeat vol. (1)36 - lovers / strangers, zuckerkick 2010)